Nachruf auf Lothar Kachel

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Kurz nach seinem 99.Geburtstag ist mit Lothar Kachel das letztes
lebendes Gründungsmitglied des Hessischen Schachverbands und
Ehrenmitglied des Schachvereins Lahn Limburg verstorben.
Lothar Kachel ein Urgestein des Schachvereins war von der von1946 bis
nach der Hessenmeisterschaft 1961 in der Domstadt Vorstandsmitglied
und langjähriger Vorsitzender und Motor und Seele der Limburger
Schachfreunde. Er vertrat den Verein bei der Gründungsversammlung
des Hessischen Schachverbands im harten Winter von 1945/1946.
Welche Startschwierigkeiten damals zu überwinden waren kann man der
Einladung entnehmen in der es hieß:“ Wenn alle Teilnehmer in der
Aktenmappe 1 bis 2 Briketts oder ein Paar Kohlen oder Holz mitbringen
wird das Lokal (Schachcafe in der Moselstrasse in Frankfurt) eingeheizt.
Bereits am 18. Januar 1946 im Gasthaus Schermuly spielte er eine
entscheidende Rolle, schritt er doch mit seinen Mitstreitern Kurt Poppe,
Wilhelm Herold, Heinz Krohmann und Adolf Althoff mit Genehmigung der
Militärregierung, die ihm bescheinigte“ Der Reichsbahngehilfe unterliegt
keinem Beschäftigungsverbot“ zur Vereins-Neugründung nach dem
Krieg. 1947 war er maßgeblich bei der Organisation des Vorturniers zur
Deutschen Meisterschaft in der Domstadt beteiligt. Apropos:
Organisieren, Leute für eine Sache oder eine Idee zu begeistern, das
war sein Ding. So nutzte Lothar Kachel die „Hurra-wir-leben-noch-
Stimmung“ im Nachkriegslimburg mit dem Angebot von Maskenbällen
1947/48/49 im ehrwürdigen St. Georgshof (heute Karstadt). Das kam
auch seiner Neigung entgegen, dem Leben die vergnüglichste Seite
abzugewinnen und das hielt den 99-jährigen auch bis ins hohe Alter
noch auf Trab. Zwei Hessenmeisterschaften 1950 und 1961 holte er
nach Limburg mit Kongressball und allem Drum und Dran und auch das
25-jährige Bestehen am 27.8.1955 wurde unter seiner Regie würdig
gefeiert. Danach zog er sich aus dem aktuellen Geschehen ins
Familienleben zurück, verfolgte aber auch weiterhin interessiert das
Vereinsgeschehen und war insbesondere immer dabei, wenn es etwas
zu feiern gab. Nach dem Ableben seiner geliebten Ehefrau Irmgard
verschlechterte sich sein Gesundheitszustand rapide und am 13.Oktober
hat sein Herz aufgehört zu schlagen. Die Vereinsmitglieder trauern mit
den beiden Töchtern und deren Familien. Die Auferstehungsfeier ist am
Dienstag um 11.15 Uhr im Dom. Die Gedenkfeier beginnt um 11.30 Uhr
in der Friedhofshalle des Hauptfriedhofs.
 
(von Norbert Henge)